Kolumne
Wie läuft's an der weiterführenden Schule? · Oktober 2005
Hat Ihr Kind gerade den Sprung von der Grundschule in eine weiterführende Schule geschafft? Dann ändert sich vieles.
Ob Hauptschule, Realschule oder Gymnasium, die behütete Grundschulzeit im gewohnten Klassenverband ist nun vorbei. An Ihr Kind werden neue Anforderungen gestellt.
Gehen Sie davon aus, dass sich Ihr Kind an der neuen Schule gut einlebt, bald Freundschaften schließt und mit den neuen Fächern und Lehrkräften gut zurecht-kommt und vermitteln Sie dieses Gefühl auch Ihrem Kind.
Sollte es jedoch Anfangsschwierigkeiten geben, dann bedenken Sie, dass viele Grundschulen klein sind oder in Haupt- und Werkrealschulen etwas separiert untergebracht sind, sodass das Gebäude, in dem sich Ihr Kind zurechtfinden musste, überschaubar war.
An vielen weiterführenden Schulen ist das anders. Ein Gymnasium mit über 1000 Schülern hat natürlich einen anderen Raumbedarf als eine Grundschule. Oft sind die Wege deshalb für die neuen Fünft-Klässler verwirrend, selbst wenn es zur Begrüßung Rallyes durch das Schulhaus gibt, um den Schülern die Orientierung zu erleichtern.
Neue Fächer wie Englisch und Französisch haben ihren Reiz, können aber zunächst auch Schwierigkeiten bereiten, insbesondere dann, wenn am Gymnasium gleich in der 5. Klasse mit Englisch und Französisch begonnen wird. Das achtjährige Gymnasium erfordert ein erhöhtes Lerntempo, an das sich Ihr Kind erst gewöhnen muss.
Nicht jedes Kind findet sofort neue Freunde. Sympathien müssen erst entdeckt und entwickelt werden, eine Sitzordnung muss in der Klasse gefunden werden, die soziale Kontakte und die Chance auf größtmöglichen Lernerfolg sinnvoll verbindet.
Die Fachlehrer müssen Ihr Kind erst einmal kennen lernen, denn oft unterrichten sie nur zwei Stunden in der Klasse, in der sich 31 Schüler befinden. Ihr Kind muss sich auf unterschiedlichste Unterrichtsstile und Personen einstellen, denn der Klassenlehrer hat nun nicht mehr die herausgehobene
Stellung wie in der Grundschule, wo er einen Großteil der Unterrichtsstunden selbst hält.
Dennoch bleibt die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer für Ihr Kind ein wichtiger Ansprechpartner, offen für seine Sorgen und Nöte, offen für die Erzählungen über die freudigen Ereignisse im Leben Ihres Kindes.
Auch für Sie ist die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer eine wichtige Person, die Ihnen bei Problemen weiterhilft, an die Sie sich wenden können, wenn Ihr Kind beispielsweise Schwierigkeiten hat, sich in der neuen Klasse zu integrieren. Gemeinsam kann man Lösungen finden.
Bald erhalten Sie die erste Einladung zum Elternabend. Dann haben Sie die Gelegenheit, die Gefühle Ihres Kindes “nachzuerleben”. Vielleicht sind auch Sie zunächst etwas verwirrt von den langen Gängen in der neuen Schule, gespannt auf die neuen Lehrerinnen und Lehrer und auf den Lernstoff, der in diesem Schuljahr für Ihr Kind ansteht, und auf die “Miteltern”, denen es zumeist genauso geht wie Ihnen.
Anfangs- und Unstellungsschwierigkeiten müssen nicht sein, wenn sie aber auftreten – und das ist häufig der Fall – , lassen Sie Ihrem Kind Zeit zum Eingewöhnen und nehmen Sie sich Zeit für Gespräche mit Ihrem Kind. Kümmern Sie sich bei fachlichen Schwierigkeiten zügig zum kompetente Hilfe.
Ihr Andreas Breiding
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